Samstag, 21. Januar 2012

Die Liebhaberinnen (1975) von Elfriede Jelinek: Zusammenfassung und Interpretation

Brigitte arbeitet in einer Miederwarenfabrik. Sie macht die Arbeit im Akkord nicht gerne, aber es ist eben ihre Arbeit. Durch die Klammerung an den Gedanken, sie sei für etwas besseres bestimmt als ihre Mitarbeiterinnen, hält sie sich wenigstens gedanklich fern von der Monotonie ihrer Arbeit. Ihre Träume würden sich, wenn es nach ihr ginge, in der Heirat mit ihrem Freund Heinz erfüllen. Der Liebe zu ihm wegen lässt sie viel über sich ergehen, denn Heinz Eltern weigern sich strikt, sie als Frau und denkendes Wesen wahrzunehmen, wenn sie überhaupt von ihnen wahrgenommen wird. Sie hat nichts zu bieten, da Heinz das Gesparte seiner Eltern für den Aufbau eines eigenen Elektroinstallationsgeschäfts aufwenden wird und dort für sie kein Platz ist. Auch Heinz Bezug zu Brigitte ist nicht viel stärker, für ihn ist Brigitte nur eine „feuchte Muschi, die von der Naturkatastrophe Heinz-Schwanz eingenommen werden will“. Auf fast brutale Art lässt sie sich oft von ihm nehmen. Das hat zu unüberwindbaren Folge, dass sie immer und immer mehr abstumpft, bis hin zum endgültigen Tod ihrer sexuellen Wünsche. Den sexuellen Akt sieht sie im Prinzip nur als Mittel zum Zweck, Heinz interessiert sich sowieso in keinster Weise, ob sie Freude oder Schmerz empfindet. Brigitte ist alles gleich, Sex ist nicht Teil ihres Ziels. Für Brigitte ist klar, dass sie eben nichts hat, was sich natürlich, nachdem sie Heinz Ehefrau geworden ist, schlagartig ändert. Am Ende trifft alles so ein, wie sie es sich erdacht hat. Sie wird schwanger und Heinz muss sie heiraten. Die „bessere Zukunft“ ist schon Gegenwart geworden, sie hat das Ziel ihres Lebens erreicht. Eine glückliche Familie. Ob Heinz sie wirklich liebt, ist ihr egal. Sie hat sich schon Anfang an, an ihre Träume verkauft und empfindet nichts mehr.





Paula lebt am Land in einem klienen Dorf, in einer guten Familie. Ihr Vater und ihr Bruder arbeiten als Waldarbeiter und verprügeln sie und ihre Mutter regelmäßig. Paula möchte aus ihrem Leben etwas machen, etwas anderes. So beginnt sie eine Schneiderlehre. Dafür steckt sie sogar extra Prügel ein, denn eigentlich sollte sie Verkäuferin oder Hausfrau werden. Die zwei einzigen Berufe für Frauen aus dem Dorf. Sie trotz all den Richtlinien und verliebt sich auch noch in, den jungen guaussehenden Waldarbeiter, Erich. Erich hat nur Motorräder und seine Arbeit im Kopf und so merkt er auch nicht einmal, dass Paula ihm ihre Unschuld schenkt und schwanger wird. Er stellt sie als Hure hin, sich legal vor einer Heirat zu drücken.Für Paula beginnt der Anfang vom Ende. Ihre Familie versucht anfangs, das Kind aus ihr heraus zu prügeln, sodaß Paulas Ich in 100.000 Stücke zerfällt. Vom restlichen Dorf wird sie als hure beschimpft und schickaniert, Dank Erich. alles in Paula stirbt in dieser Zeit ab, ihr Traum von einem glücklichen Leben verwandelt sich in einen einfachen kleinen Hoffnungsfunken ganz tief versteckt in ihrem Herzen. Nach einer Aneinaderreihung voeler, vieler Demütigungen in der Öffentlichkeit und im Privaten, gelingt es ihr doch, Erich zu einer Hochzeit zu bewegen. Sie wohnen bei Paulas ELtern und bekommen ihr zweites Kind und Paula beginnt als Verkäuferin. Paula ist glücklich auch, wenn ihre Ehe von Alkohol und Gewalt überschattet wird. Doch alles Glück hat auch schon bald wieder ihr Ende, Erich versäuft ständig ihr Geld, sodaß Paula beginnt sich heimlich zu prostituieren. Sie möchte nur einen kleinen Nebenverdienst haben, für die Zukunft ihrer Kinder. Natürlich kommt Erich dahinter und läßt sich nicht in Trauer von ihr scheiden. Für Paula bedeutet dies das Ende ihrer Mädchenjahre. Ihre beiden kleinen Kinder bringt sie bei ihren Eltern unter, während sie in der nächsten Kreisstadt eine kleine Wohnung bezieht. SIe findet verstoßen von der Dorfgemeinde eine freigewordene Stelle in einer Miederfabrik. Genau dort wo Brigittes bessere Zukunft ihren Anfang fand.



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